Eine über die Standardauswertungen von Befragungsdaten hinausgehende Analyse ist die sogenannte Treiberanalyse. Sie zielt darauf ab, zu ermitteln, inwieweit die Unterschiede in den Antworten der Teilnehmenden bzgl. einer interessierenden Zielgröße („Kriterium“; z.B. Gesamtzufriedenheit oder Mitarbeiterbindung oder Kündigungstendenzen) durch Unterschiede in den Antworten der Teilnehmenden bzgl. verschiedener Befragungsthemen („Prädiktoren“; z.B. Zusammenarbeit, Führung etc.) erklärt werden können. Methodisch gesehen stehen zwei Fragen im Mittelpunkt:
Die Abbildung zeigt dies beispielhaft in Bezug auf die interessierende Zielgröße Gesamtzufriedenheit. Dabei spiegelt die y-Achse die durchschnittliche Bewertung der
einzelnen Themen durch die Befragungsteilnehmenden wider (1 = sehr schlecht; 5 = sehr gut). Die gestrichelte Linie gibt die durchschnittliche Bewertung aller Befragungsthemen wider. Sie kann als
Orientierung genutzt werden, um zu beurteilen, welche Themen überdurchschnittlich bzw. unterdurchschnittlich bewertet wurden. Die x-Achse (in der Abbildung oben zu finden) stellt dar, wie hoch
der Prozentsatz an aufgeklärter Varianz durch die einzelnen Themen ist (je höher, desto bedeutsamer ist das Thema für die Vorhersage der Gesamtzufriedenheit). Als Treiber können dann jene Themen
verstanden werden, die stark zur Varianzaufklärung beitragen. Wenn die Bewertung eines solchen Themas gleichzeitig unterdurchschnittlich ausgefallen ist und
somit noch Verbesserungspotential aufweist (noch viel "Luft nach oben" hat), können daran ansetzende Veränderungsmaßnahmen zur Erhöhung des Kriteriums (im Beispiel die Gesamtzufriedenheit)
führen. Eine Treiberanalyse kann somit helfen, mit Veränderungsmaßnahmen an den psychologisch "wichtigen" Themen anzusetzen.
Welche Themen als Treiber gesehen werden können, hängt von der interessierenden Zielgröße ab. Außerdem sind es natürlich bei jeder Mitarbeitendenbefragung andere Themen, die unterdurchschnittlich bewertet werden.